So, nun bin ich endlich mal dazu gekommen, die ganzen Fotos auszubuddeln und mal hier zur Verfügung zu stellen.
1996 Walldorf
Die Dressur hat lange gebraucht, bis sie salonfähig war. Der "Krümel" war immer der Meinung, dass man im Dressurviereck auch mal n bisschen peppig sein durfte. Ja, es war immer wieder spassig, auf einem Pulverfass sitzend, das jeden Moment explodieren konnte, egal ob gar nicht oder 1 1/2 Stunden abgeritten wurde, die Dressur zu reiten. Der Spannungsfaktor war immer extrem hoch und es wurde auch nie langweilig. Schön ist auch, dass man das Pulverfass nicht anpieksen sondern nur überlisten durfte, da die Explosionsgefahr ja immer latent vorhanden war.
Irgendwann hat er dann eingesehen, dass es mehr Spass macht, wenn man mal außerhalb des Vierecks herumtoben kann. Und wenn er dann in der Dressur brav war, durfte er zur Belohnung ins Gelände. Außerdem ist es ja sooo nervig, wenn sich da oben vom Pulverfass-Rücken aus immer wieder jemand so konsequent beschwert.
Der Trab war immer total ekelig zu sitzen. Das Gefühl war so, als würde man einen halben Meter aus dem Sattel geworfen werden. Irgendwann ist mir sogar mal schlecht geworden (aber das lag wohl eher an der Party vom Vorabend …), aber ein Reiter kennt keinen Schmerz. Wer feiern kann, der kann auch Dressur reiten! ;o)

In diesem Moment war ich dem "Krümel" so dankbar, dass er sich trotz Deutscher Meisterschaft an all das erinnerte, was wir im Schweiße unseres Angesichts erarbeitet hatten und mitzog. Das, was am Anfang unserer Karriere immer im Chaos endete, wurde immer weiter perfektioniert. Trotz latenter Pulverfassgefahr. Die durfte man nie aus dem Auge verlieren.
Wie heißt es in jedem Lehrbuch: Das Pferd ist ein Fluchttier. Das Problem ist nur, dass die geschärften Sinne des Steppentieres in der Dressur eigentlich immer beim Reiter verweilen und nicht in das Drumherum abgleiten sollen, was leichter gesagt als getan ist. Ich denke, dass viele der "temperamentvolle-Pferde-Besitzer" mir in diesem Punkt zustimmen werden. Schalt mal bei einem Pulverfass den "Hilfe-ich-seh-einen-Säbelzahntiger-Knopf" aus … der klemmt öfter als man glaubt. Berufsrisiko.
No Risk – No Fun !!!
Der "Krümel" da, wo es ihm am MEISTEN SPASS MACHT … auf der Rennbahn … die konnte ihm nie lang genug sein.
Hier konnte er immer zeigen, was alles in ihm steckte.
Busch-Hürden waren immer klasse, fand "Krümel".
Kleine Wassergräben auf der Rennbahn waren auch ok.
Aber besonders toll fand er immer das Wasser auf der Geländestrecke. Nur schade, dass man vorher normalerweise etwas langsamer werden sollte vom Tempo her. Er war der Meinung, dass er schneller toll fand. Somit artete ein Wassereinsprung immer darin aus, dass ich den "Krümel" extrem zurückhalten und zusammenschieben musste, damit er nicht mit sprudelndem Übereifer ins Wasser platschte. Er fand es gut, aber für den Reiter des Pulverfasses ist die stoppende Wirkung des Wassers nicht immer von Vorteil, wie im Training mal festgestellt wurde. Gottseidank wurde das Meiste immer im Training "festgestellt" und ausgetüftelt, sodass das Turnier zum Genießen da war.
Schwierige Hindernisfolgen waren "Krümel´s" Metier. Wenn ein Hindernis kam, musste es natürlich auch überwunden werden, egal ob Treppe, Wasser, Hochsprung, Tiefsprung oder überbaute Gräben … Hauptsache Abwechslung!
Und immer was NEUES.
Im Ziel angekommen, war "Krümel" der Meinung, er könne ja noch ne Runde, da Pulverfässer ja nicht kleinzukriegen sind. Aber auch Pulverfässer müssen mal geduscht werden.
Das war das letzte Hindernis der fehlerfreien Geländestrecke. "Krümel" bestens gelaunt – was will man mehr als Pulverfassinhaber. ;o)
Der "Krümel" hat selten Fehler gemacht. Meistens ist er nen halben Meter höher gesprungen, weil er keine Lust hatte, die Beine einzuklappen. Pulverfässer sind explosiv und heben kräftig ab, wenn gezündet wurde. Nach der Startglocke gab es kein Halten mehr. Hauptsache hoch und schnell!
Manchmal wurde auch kraftsparender gearbeitet. ;o) Typisch "Krümel": Ohren immer nach vorne!!!
TO BE CONTINUED …











